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Wechsel im Vorstand

Keine Spiele, kein Training, keine Veranstaltungen. Die Kontaktbeschränkungen der Corona-Pandemie haben auch die Aschaffenburg Baskets in den letzten sechs Monaten mächtig ausgebremst. Doch das hält die Verantwortlichen nicht davon ab, ihre ambitionierten Ziele weiter voranzutreiben.

„Als Sportler lernt man mit Niederlagen und Herausforderungen umzugehen, und unsere Vereins-DNA ist, wie schon in Goldbach, von Begeisterung, Willenskraft und Kampfgeist geprägt, daher nehmen wir auch diese Krise sportlich“, gibt sich 1. Vorstand Jérôme Schaefer kämpferisch. So wurde der im November 2020 beginnende Lockdown intern unter das Motto „Come back stronger“ gestellt, wodurch gleichzeitig der 1. Regionalliga-Mannschaft und den Jugendlichen mit auf dem Weg gegeben wurde, dass sie stärker und gut vorbereitet aus dem Lockdown kommen sollen. 

Dafür bot der Verein zunächst Online-Trainings an. Das eigene Angebot wurde dann vom Programm des Bayerischen Basketballverbands ersetzt. Der bot jeden Tag über seine Bundesligavereine Trainings für Kinder und Jugendliche an, die man zuhause im Wohnzimmer machen konnte. Mit Blick auf den erhofften Re-Start im Mai/Juni hat der Baskets-Athletiktrainer Lucas Schütz allen Jugendspielern einen Plan an die Hand gegeben, der sie gezielt vorbereiten soll. 

Mit dem im November 2020 begonnenen Lockdown wurde auch der Spielbetrieb unterbrochen und die Tabellenstände eingefroren. In regelmäßigen Abständen wurde in Videokonferenzen mit den Vertretern der Regionalliga-Vereine und dem Ligaverantwortlichen Robert Daumann diskutiert, wie man auf die politischen Entscheidungen reagieren kann, und ob eine Fortsetzung des Spielbetriebs Sinn macht. Mittlerweile wurde entschieden, die Teilnahmerechte auf die Saison 21/22 zu übertragen und im September 2021 neu zu beginnen. Die aufstiegswilligen Teams aus Jena und München (Schwabing) spielen den Aufstieg in die ProB in einer Aufstiegsrunde aus. 

„Eine völlig richtige und nachvollziehbare Entscheidung“ für Schaefer, der allerdings dem Spielbetrieb angesichts der Kaderzusammenstellung nachtrauert. „Wir hatten eine starke Mannschaft zusammen und hätten sie gerne auf dem Feld gesehen. Leider werden wir in dieser Zusammensetzung nicht im September 2021 antreten.“

Auf der Position des Power Forwards hatte der sportliche Leiter einen starken US-Amerikaner gefunden, der zudem mit einem italienischen Pass ausgestattet ist. Durch den Saisonausfall hat der Spieler seine Profi-Karriere beendet und nimmt die tolle Möglichkeit an, seinen MBA an der renommierten Kellogg Business School an der Northwestern University zu machen. „Nach seinem Abschluss will er nach Deutschland kommen und die angedachte Saison nachholen. Das Gute ist, dass er uns jetzt schon helfen wird, unser Netzwerk in den USA aufzubauen und unser geplantes internationales Austauschprogramm zu initiieren.“

Hinter den Kulissen hat es ebenfalls eine Änderung ergeben. Gründungsmitglied und Vorstand für Marketing und Sponsoring, Holger Stenger, trat aus persönlichen Gründen zurück und bleibt dem Club freundschaftlich verbunden.

Als Nachfolger konnte der Obernauer Michael Mergler gewonnen werden. Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ist selbst Vater eines talentierten Basketballers aus dem Nachwuchsbundesligaprogramm (NBBL) der s.Oliver Würzburg und ist von der Idee des Leistungssportvereins begeistert.

„Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig die Verbindung von Schule und Leistungssport ist, und welche oft sorgenvollen Gedanken den Eltern dabei durch den Kopf gehen. Daher kann Leistungssport nur funktionieren, wenn die schulischen Leistungen darunter nicht zu sehr leiden. Dies ist eine große Herausforderung für einen Leistungssportverein und bedarf der Mithilfe aller Beteiligten, insbesondere auch der Schulen. Zudem finde ich, dass Aschaffenburg neben den traditionellen Sportarten auch durch eine publikumsträchtige Trendsportart überregional vertreten sein sollte. Die infrastrukturellen Voraussetzungen hierfür sind grundsätzlich vorhanden, wenngleich wir hier auch auf die wohlwollende Unterstützung von Politik und Sponsoren angewiesen sind.“ 

Argumente, die in den letzten Monaten auch namhafte regionale Unternehmen überzeugt haben, die Baskets trotz Krise zu unterstützen. „Wir freuen uns,  verlässliche Partner für den Start gefunden zu haben, die in den ungewissen Zeiten zu uns stehen und daran glauben, dass wir nach der Pandemie gemeinsam einen erfolgreichen Weg gehen werden.“ fasst Michael Mergler die momentane wirtschaftliche Lage zusammen und ergänzt: „gleichwohl können unsere Visionen natürlich nur dann realisiert werden, wenn noch weitere finanzkräftige Unterstützer sich für unser Projekt begeistern lassen“.

Mit starken Partnern sieht auch der 2. Vorsitzende, Nelson Bayer, die Weichen für eine erfolgreiche Baskets-Zukunft gestellt. „Mit der Viktoria Aschaffenburg und dem TV Großwallstadt hat unsere Region bereits traditionsreiche Vertreter der wohl beliebtesten Sportarten Deutschlands. Vor diesem Hintergrund sehen wir die große Chance mit den Baskets die wohl drittpopulärste Mannschaftssportart in unserer Region professionell zu etablieren. Der Basketball ist zweifelsohne auf dem Vormarsch, das abwechslungsreiche und spektakuläre Spiel sorgt für Spannung, zahlreiche Highlights und Begeisterung in einer stetig wachsenden Basketball-Community“.

„Wir wollen nicht nur der Sportart, sondern auch unserer Teilnahme am Spielbetrieb der 1. Regionalliga (Herren) und damit der Professionalität gerecht werden. Unsere Reichweite erstreckt sich über fast ganz Deutschland (Rosenheim bis Jena) – diese möchten wir nutzen, um unsere Region auswärts zu vertreten als auch unseren Gästen bzw. Zuschauern – sofern es wieder möglich ist – tolle Spieltagevents, im Bestfall in der Frankenstolz Arena, anzubieten“.

Damit es nach dem Lockdown losgehen kann, haben die Aschaffenburger Verantwortlichen in den letzten Monaten intensiv an Konzepten gearbeitet. „Bei der Gründung im Mai 2020 hatten wir viele Ideen. Wir haben die Zeit nun genutzt und konkret an Konzepten gearbeitet. Wir haben viel vor.“ fasst Jérôme Schaefer seine Bemühungen zusammen. Neben Themen wie Finanzierung, Marketing, Spiel- und Trainingskonzept oder Medizinische Betreuung wurde ein großer Fokus auf die Zusammenarbeit mit den Schulen gelegt. Doch was nützt das schönste Konzept, wenn man es nicht umsetzen kann. Daher wird es Zeit, dass die Baskets endlich loslegen können.